#wirsindesg. Sofern ihr in den sozialen Netzwerken unterwegs (und auf entsprechenden Seiten aktiv) seid, kann es sein, dass ihr heute und in den nächsten Tagen über diesen Hashtag stolpern werdet. Was hat es damit auf sich? In diesen Tagen findet die EKD-Synode mit dem Schwerpunktthema "Glaube junger Menschen" statt. Bei der Vollversammlung der Bundes-ESG kam die Befürchtung auf, dass wir - die ESGn - dabei vergessen werden könnten. Nun, ganz aus der Luft gegriffen scheint diese Befürchtung nicht. Schließlich wird bereits viel auf Ebene der Kinder- und Jugendarbeit gemacht. Konfiarbeit ist jedem ein Begriff und in allen Gemeinden fest integriert. Aber was kommt danach? Was ist, wenn man sich "zu alt" für die jungen Gemeinden fühlt? Was ist mit den jungen Erwachsenen? An dieser Stelle greifen die Studierendengemeinden.
Unter dem Hashtag #wirsindesg werden Fotos aus den ESGn in ganz Deutschland gesammelt. Wir stellen uns vor. Zeigen Gesicht. Geben Einblicke in die großartigen und so wichtigen Gemeinden. Es wird auf der Synode u.a. eine große Social Media Wall geben, auf der wir somit (mindestens) bildlich präsent sind.

#wirsindesg. ESG - ein Ort zum Ankommen. Freunde treffen. Glauben teilen und leben. Begleitung. Einfach mal abschalten. Gemeinschaft. Vernetzung und Austausch. Gelebte Akzeptanz und Toleranz,.... Ein Stückchen Heimat.

Jena, den 12.11.2018

Der Ehrgeiz hat ich gepackt. Ich will weiter und immer weiter. Ich fahre durch eine Wüste von abgeernteten Feldern. Mein gutes Fahrrad gleitet auf dem Asphalt dahin. Es fühlt sich an wie weiche Butter zu zerschneiden. Es wird flacher und flacher. Auf die letzte Erhebung fuhr ich gestern. Ohne Gnade zieht die Sonne das Wasser aus mir heraus. Keine Wolke ist am Himmel. Die Sonne sticht und verbrennt die Haut. Meine Gedanken sind sehr einfach: „weiter, weiter“.

So langsam wünschte ich, ich wäre nicht allein auf dieser Reise. Was ist all die Schönheit der Welt, wenn ich sie mit niemandem teilen kann, die Erfahrung ausdrücken?!: Der Regenbogen unter der Bewässerungsanlage, die Sonnenblumen am Wegesrand … An so vielen Orten komme ich tagtäglich vorbei ohne zu verweilen, ohne sie intensiver wahrzunehmen. Der Weg ist meine Heimat.

ein Ort um sein Haupt zu betten, alle sieben Sachen, Frühstückschaos

Ich glaube, alleine reisen ist vor allem eine mentale Herausforderung. Man darf nie aufgeben, verzweifeln etc.. Man muss immer an sich glauben, dass man es schafft, die Situation zu bewältigen. Es ist ein unbedingter Wille, der mich vorwärtsdrängt. Ich bin bis ins Mark erschöpft. Ich komme kaum noch vorwärts und gewinne an Tempo nur auf langen geraden Strecken.

Pausentag: Jeder Tag ist eine Reise ins Ungewisse. Das ist das Leben aller Menschen.Ohne Vertrauen geht es nicht. Es geht nicht ohne Vertrauen, dass es schon klappen wird – ich nenne es Gottvertrauen.

Noch bevor ich das Meer sah, hörte ich die Möven. Noch bevor ich Gott danken konnte für all das Gute und Schöne in meinem Leben und dass ich es bis hier her geschafft hatte, spielten die Glocken einer Flensburger Kirche Nun danken alle Gott. Jetzt sitze ich hier und die Wellen liebkosen den Sandstrand sowie ich lasse mir mein Mittagessen schmecken. Es ist wunderbar wieder am Meer zu sein!

Jena, den 11.09.2018

Unterwegs auf dem Harzer Klosterwanderweg

„Pilgern ist nicht wandern – da bin ich genau“ sagt unsere Studierendenpfarrerin. Was ist dann aber Pilgern? Circa 39 bzw. 59 Kilometer waren wir, 18 Pilger*innen aus Weimar und Jena, am letzten Maiwochenende auf dem Harzer Klosterwanderweg unterwegs. Schweigend sind wir ganz bei uns. Ein Bibelvers lädt in der Stille des schweigenden Gehens zum Nachdenken ein. Wir schenken unserer Umgebung unsere Aufmerksamkeit. Redend und lachend begegnen wir einander. Wir lernen uns näher kennen. Glücklich, aber mit müden Füßen und verschwitzt kommen wir in der Herberge an. Singend sowie betend beschließen wir den Tag. Nicht das Ziel ist das Ziel, sondern der Weg. Pilgern ist ein Innehalten vom Alltag. Wir gewinnen neue Perspektiven auf denselben. Wir tanken Energie auf während wir Belastendes ablegen. Pilgern heißt unterwegs sein mit Gott und auf seine Wege vertrauen, auch wenn sie uns persönlich manchmal wie Umwege vorkommen - uns sich ihr Sinn erst mit Abstand erschließt. Wehmütig blicken wir auf ein eindrucksvolles Wochenende zurück und freuen uns auf das nächste Mal!

Jena, den 27.05.2018